Berufsfotograf erhält 9.491,90 Euro Schadensersatz von Bauunternehmen

Dr. Claudia Richter • • Urheberrecht

konnte nicht vorgelegt werden. Diese Regel ist jedoch im Urheberrecht zwingend. Gutgläubigkeit, Schlampigkeit oder auch Vorsatz duldet Fotorecht, bzw. Urheberrecht nicht.

Ein Stadionmodell wurde von einem auf Architektur spezialisierten Berufsfotografen 2006 und 2007 aufgenommen. Die Baugesellschaft verwendete dann 5 Fotos ohne Einwilligung des Klägers von 2008 bis 2014 – dem Zeitpunkt der Abmahnung. Das Bauunternehmen gab zwar eine Unterlassungserklärung für die Zukunft ab, wollte aber keinen Schadenssatz leisten. Dass diese Idee nicht gut war, zeigt die Entscheidung des Landgerichts in Düsseldorf mit Urteil vom 26.08.2015, Az.: 12 O 370/14. Es sah in der öffentlichen Zugänglichmachung der Fotos durch das Bauunternehmen eine Verletzung der Rechte des Fotografen gem. § 19a UrhG  und sprach im einen Anspruch auf Unterlassung der Nutzung und Schadensersatz aus §§ 97, 19 UrhG i.V.m. § 72 UrhG zu. Den Schadensersatzes berechnete der Fotograf im Wege der Lizenzanalogie basierend auf der sogn. MFM-Honorartabelle, die als Marktübersicht der marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte bei gewerblichen Verletzungen herangezogen wird. Da das Bauuntenehmen auch den Namen des Fotografen nicht auf den Fotos angebracht hatte, gab es noch einen diesbezüglichen 100% igen Zuschlag auf den Schadenersatz. Der Fotograf erhielt sowohl den Schadensersaz von 8.350 Euro zugesprochen als auch seine Kosten für Rechtsanwaltskosten in Höhe von 1.141,90 Euro ersetzt.

Fazit:

Gerade die Verletzung von Urheberrechten von Berufsfotografen durch Unternehmen stellt kein geschicktes agieren dar. Gerade bei anwaltlich vertretenen Urhebern ist das Hoffen, dass der verletzte Urheber keine gerichtlichen Schritte einleitet ein finanzieller Trugschluss und führt häufig zu noch höheren Kosten, die eine außergerichtliche und schnelle Einigung nach sich ziehen würde.

Dr. Claudia Richter LLM. Eur. (Rechtsanwältin)