Denkmalschutz - Rechtsprobleme an unerwarteten Stellen

Peter Heyers • • Denkmalschutzrecht

Eine romantische Altbauwohnung mit Stuck und Dielenböden in einem Stadthaus der vorletzten Jahrhundertwende, vielleicht auch schlichterer Bauhausstil – wer träumt nicht zunächst von einer solchen Bleibe?

Oder doch lieber ländlich wohnen in einem Fachwerkhaus, einer alten Mühle oder auf einem alten Bauernhof mit altem Backhaus und großer Scheune und viel Platz für Kinder und Hobbys?

Wer ein solches Domizil dann auch noch sein eigen nennen kann, wähnt sich erst einmal wie im siebenten Himmel. Doch irgendwann werden Sanierungsmaßnahmen fällig, und Aspekte des Denkmalschutzes können zu beachten sein. Sollen historische Baustoffe zum Einsatz kommen, werden viele Fragen aufgeworfen. Neben handwerklichen und technischen Fragen sind auch zahlreiche rechtliche Aspekte zu beachten. Ist der Verkäufer seriös? Dürfen die Materialien überhaupt verkauft werden und gehören sie dem Verkäufer wirklich? Muss ich von ihm den Nachweis verlangen, dass er Eigentumer der Ware ist? Kann man mich verpflichten, die Baustoffe ggf. wieder auszubauen und zurückzugeben? Was geschieht, wenn mangelhafte Materialien verarbeitet wurden? Gilt auch bei alten Materialien das zweijährige gesetzliche Gewährleistungsrecht; oder kann ein kürzerer Zeitraum vereinbart werden? Gilt dies auch für private Käufer, oder nur für Unternehmer? Zahlreiche Verkäufer wollen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen Gewährleistung sogar ganz ausschließen; ist dies zulässig? Und was muss ich beachten, wenn ich die Materialien im Internet erwerbe, vielleicht sogar im Ausland? Wann und wie bezahle ich, und kann ich sicher sein, meine Ware auch zu erhalten? Bei umfangreichen Reparaturen und Sanierungen fallen schnell hohe Kosten an. Um böse Überraschungen und Risiken zu vermeiden, sollte rechtzeitig fachkundiger Rat eingeholt werden.