Schadensersatz Deutsche Bank wegen "Spread Ladder Swap" ?

Werner Dillerup •

Im Streit des hessischen Hygienebedarfshersteller Ille um riskante Swapverträge droht die Deutschen Bank vor dem Bundesgerichtshof zu unterliegen.

Ulrich Wiechers, Richter am BGH, bezweifelte in der mündlichen Verhandlung am 08.02.2011, dass die Bank richtig aufgeklärt hat, als sie der Klägerin im Jahr 2005 einen „Spread Ladder Swap“ verkaufte.

Spread Ladder Swap - Geschäfte sind im Kern eine „Wetten“ auf den Zinsabstand zwischen Kurz- und langfristigen angelegten Geldern. Vergrößert sich der Abstand gewinnt der Kunde, verringert sich der Abstand gewinnt die Bank.

Nach der vorläufigen Einschätzung des Senats habe die Bank wohl zweifach gegen ihre Beratungspflicht verstoßen. Zum einen hätten der Geschäftsführer des Unternehmens und seine Tochter die „spekulative Wette“ auf die künftige Zinsentwicklung wohl nicht verstanden, sagte Wiechers. Zum anderen habe die Bank in dem konkreten Fall versäumt, über die für das Unternehmen ungünstige Struktur aufzuklären.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofes gegen Deutschlands größte Privatbank hätte vermutlich Signalwirkung über dieses Verfahren hinaus. Alleine die Deutsche Bank hat rund 200 Mittelständlern und Kommunen Zinsswaps verkauft, die bei dem negativen Verlauf der Finanzkrise Millionenschäden verursacht haben. Mit seiner Entscheidung über die Klage des hessischen Mittelständlers lässt sich das höchste deutsche Gericht aber noch Zeit. Es vertagte sich in der Sache auf den 22. März 2011 (Az.: XI ZR 33/10).“

 

Rechtsanwalt Werner Dillerup, 10.02.2011