OLG Karlsruhe, Urteil vom 28.06.2006, Az.: 7 U 225/05

Peter Heyers • • Kapitalanlagerecht

Hat ein Anlageberater die Kunden nicht umfangreich nach anleger- und anlageorientierten Gesichtspunkten beraten stehen dem Anleger Schadensersatzansprüche zu, so OLG Karlsruhe mit Urteil vom 28.06.2006, Az.: 7 U 225/05.

Sind in der Beratung nicht alle relevanten Risiken und Nachteile verständlich aufgeklärt worden oder Risiken verniedlicht worden, handelt der Anlageberater mangelhaft. Dabei reicht es nicht aus, dass die Risiken in einem Verkaufsprospekt genannt worden sind. Ein solcher Prospekt kann die Mängel oder Verharmlosungen eines Anlagegespräches nicht ausgleichen.

Darüber hinaus muss der Prospekt dem potentiellen Anleger so rechtzeitig vorgelegt werden, dass er sich in Ruhe damit auseinander setzen kann und diesen durchlesen kann. Die Unterzeichnung des Beteiligungsgebotes ohne vorher den Inhalt in Ruhe zur Kenntnis nehmen zu können, führt dazu, dass die Risikohinweise keine Wirkung entfalten. In Folge stehen dem Anleger dann Schadensersatzansprüche zu.